SUCHE
 

Alter und Gesundheit in der Fabrikplanung

 
Um was geht es?

Gesundheitsfaktoren werden entweder vernachlässigt oder zu pauschal betrachtet, wenn Fabrikgebäude neu- oder umgebaut werden, Arbeitsräume, Werkshallen, Ar-beitsplätze umgestaltet und neu eingerichtet werden – mit Investitionen in neue Gebäudetechnik, Anlagen, Mobiliar und Arbeitsmitteln.

Verfolgt ein Betrieb bei Fabrik- und Investionsplanungen größeren Ausmaßes gleichzeitig das Ziel,  die Arbeitsbedingungen  so zu gestalten, dass alle Beschäftigten gesund in die Rente gehen können, kann er über zu viele Details stolpern.  Eine derartige Fabrik- und Investitionsplanung würde überkomplex und unübersichtlich werden.

Eine besondere - betrieblich erfolgreich erprobte - Vorgehensweise mit vier Gestaltungsprinzipien ist ein guter Weg. Richtige Entscheidungen werden für die Planer erleichtert. Nicht nur gesundheitsgerechte, sondern auch alternsangemessene Arbeitsbedingungen werden geschaffen.


Welchen Nutzen hat der Betrieb?

Bei großzügig angelegten Fabrikplanungen geht es um ein hohes Investitionsvolumen. Die Planungsentscheidungen fallen auf mehreren Führungsebenen. Es wird mit zahlreichen Lieferanten, Bauunternehmen und Bauhandwerksfirmen verhandelt.  Es gibt dabei sehr viele Investitionen z. B. in Gebäudetechnik oder Ergonomie, die nur unter großem Aufwand  oder gar nicht wieder rückgängig zu machen sind oder zu korrigieren sind. Bei Planungsfehler externer Auftragnehmer werden Nachbesserungen nicht immer sofort erfüllt. Häufig muss  der Rechtsweg beschritten werden. Die endgültigen Realisierungen ziehen sich dann auf unbestimmte Zeit hin.

Betriebe  ersparen sich  hohe Aufwände an Arbeitszeiten, Personalkapazitäten und Finanzmitteln, wenn sie von Planungsbeginn den richtigen Weg beschreiten.
Der Betrieb, der frühzeitig genug das Älterwerden seiner Belegschaft berücksichtigt, kann sich spätere Unannehmlichkeiten und Kosten bis hin zu gesundheitsbedingten Kündigungen oder vorzeitigen Verrentungen ersparen. 


Wie wird vorgegangen?

Vier Prinzipien sind in das gesamte Planungs- und Investitionsgeschehen fest zu verankern:

1. Anstatt Einzelarbeitsplätze für ältere Beschäftigte  „gesunde Arbeitsbedingen für alle Altersgruppen“ einrichten.

Individuelle Arbeitsplatzgestaltung stößt in Mehrpersonen- oder Großraumbüros ebenso wie in  Werkshallen mit verketteten Arbeitsplätzen auf große Schwierigkeiten, insbesondere wenn infolge Schicht- und Nachtarbeit die Plätze im Verlauf eines Arbeitstages von mehreren Personen besetzt werden. Beispiel Einzelarbeitsplatz:  ein Bürostuhl mit besonderer Unterstützung von Wirbelsäule und Bandscheibe für ältere oder chronisch Erkrankte ist einfach zu beschaffen. Beispiel Beleuchtung: Es ist leichter, für alle Arbeitsplätze im Raum die Beleuchtungsstärke an Bedürfnissen von Älteren - mit erhöhter Helligkeit - auszurichten als jeden Arbeitsplatz mit einer ande-ren Leuchtstärke auszustatten.

2. Ein „Mehr an Prävention“ bei Vorgaben und Werten berücksichtigen

Ein „Mehr an Prävention“ ist eine bessere Prävention. Die Vorgaben werden erhöht, die Grenzwerte unterschritten, höhere Komfortklassen  bei der Beschaffung berücksichtigt. Höhere Komfortklassen entsprechen häufig Empfehlungen von Arbeitsschutzinstitutionen. Bei der Beschaffung von Bildschirmen werden anstelle der zugelassenen und mit zahlreichen Regeln versehen Kathodenstrahlröhre Flachbildschirme angeschafft, weil dann das Sehen und Wahrnehmen erheblich erleichtert wird. Anstelle von Arbeitstischen nach DIN-Maßen werden höhenverstellbare Tische gewählt, um Beschäftigten mit unterschiedlichen Körpergrößen und -proportionen gerecht zu werden. Gesetzlichen Regelungen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz basieren auf „Mindestvorschriften, die bei der Umsetzung an die betrieblichen Bedingungen anzupassen sind. In der betrieblichen Alltagspraxis wird dieses häufig nicht beachten.

> weiter

 

 
 
Schriftgröße

 

 

 

© 2013 Gesellschaft für Arbeitsschutz- und Humanisierungsforschung mbH (GfAH) | info@gfah-do.de
letzte Aktualisierung: 24.01.2013 |
Kleppingstraße 20, 44135 Dortmund | Telefon: +49 (0) 231 / 55 69 76-0
SitemapDruckversionnach oben