Wertschätzungs-Trainings

Um was geht es?

Wertschätzungs-Trainings sind Instrumente der Personal- und Organisationsentwicklung für verschiedenartige Zwecke wie:

  • Verbesserung der sozialen Integration von „Außenseitern“ und der Auseinandersetzung mit Vorurteilen,
  • Lösung von Kommunikationsproblemen und Konflikten zwischen Vertreter(innen) unterschiedlicher betrieblicher Kulturen – sei es zwischen „Kaufleuten´ und „Technikern“, sei es zwischen „Tüftlern“ und „Machern“,
  • Weckung des Verständnisses für Vielfalt und Andersartigkeit im Betrieb, im Arbeitsbereich, in Teams,
  • planmäßige Berücksichtigung persönlicher Stärken beim Personaleinsatz, bei Gruppenbildung und Gremienbesetzung,
  • Verlassen von eingefahrenen Denk- und Handlungspfaden, Entwickeln von Offenheit für Perspektivenwechsel, Freisetzen von Kreativität für Produkt- und Prozessinnovationen,
  • Vermittlung an Führungsaufgabe, mit Unterschiedlichkeit positiv umzugehen.

Ausschließlich über Wertschätzungs-Trainings werden diese Ziele aber nicht erreicht. Einstellungs- und Verhaltensänderungen setzen immer begleitende Maßnahmen zur positiven Umgestaltung von Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen voraus. Darunter fallen z. B. die Verbesserung von Zugangsvoraussetzungen für Bildungsangebote bei unterschiedlichen Alters- und Personengruppen – unabhängig von Alter, Bildungsabschluss, Tätigkeit und Lernvoraussetzung oder die Einführung von Spielregeln zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen jüngeren Facharbeiter(-innen) und älteren Meister(-innen).

Mit demografischem Wandel, mit EU-Integration, Zuwanderung und Globalisierung gewinnt die betriebliche Belegschaft an „Buntheit“ und kultureller Vielfalt. Das zeigt sich – insbesondere in kleinen, mittleren und mittelständischen Betrieben – in einer nach Alter, Geschlecht, Nationalität, Bildungsabschluss und anderen Merkmalen buntgemischten Zusammensetzung.

Bunter werdende Belegschaft

Bunte Belegschaft
Quelle: © Köchling 2005 – BMBF-Vorhaben Demografie-Initiative II

Wenn Sie sich genauer informieren möchten, wie ein Betrieb die „Buntheit“ seiner Belegschaft produktiv nutzt und weiterentwickelt, können Sie dazu eine CD-Rom bestellen: Bestellformular (CD Bunte Belegschaft)

In einer Belegschaft mit hoher personeller Vielfalt kommt es häufig vor, dass Minderheiten auf Mehrheiten treffen. Ihre Beziehungen zueinander haben Auswirkungen auf die betriebliche Produktivität. Jungfacharbeiter(innen) fühlen sich z.B. in einer Umgebung, die von älteren Facharbeiter(innen) und Meister(innen) dominiert wird nicht wohl, wenn ihre Verbesserungsvorschläge immer mit dem Argument von „erst mal mehr Erfahrungen haben“ zurückgewiesen werden. Sie reichen dann keine Verbesserungsvorschläge mehr ein. Es besteht die Gefahr, dass sie „Dienst nach Vorschrift“ machen.
Umgekehrt steigen Unsicherheit und Ängste von Älteren, wenn sie in einer Gruppe tätig sind, die von in IT-Techniken qualifizierten Nachwuchskräften beherrscht wird.
Es gilt, Brücken zwischen unterschiedlichen Generationen, ihrem andersartigen Arbeitsverständnis und ihren unterschiedlichen Kompetenzen zu schlagen. Nur auf diese Weise können die Stärken der Älteren (z.B. Problemlösungsfähigkeit) mit den Stärken der Jüngeren (z. B. Bewandertheit in IT-gestützten Methoden) sinnvoll miteinander verknüpft werden.

Nutzeffekte
Quelle: © Köchling 2005 – BMBF-Vorhaben DIVINKU

Welchen Nutzen hat der Betrieb?

Je nach Ziel und Zielgruppe können die betrieblichen Nutzeffekte sehr vielfältig sein. Sie betreffen die persönliche, die zwischenmenschliche und die gesamtbetriebliche Ebene. Eine „Wertschätzungs-Kultur“ kann positive Auswirkungen auf unterschiedliche Managementsysteme und Märkte haben, Kunden-Lieferanten-Beziehungen verbessern und die Position im Umfeld (Region, Wirtschafts- oder Fachkreise, Öffentlichkeit) stärken.

Wie wird vorgegangen?

Unterschiedliche Anbieter von Wertschätzungs-Trainings bedienen sich unterschiedlicher Vorgehensweisen und Methoden.

Welcher Aufwand ist erforderlich?

Entscheidend für den Aufwand ist die jeweilige betriebliche Ausgangssituation: Wie hoch ist die betriebliche Durchdringung mit Prinzipien der gegenseitigen Wertschätzung. Diese sind großen Schwankungsbreiten unterworfen.
Der Aufwand rechnet sich für den Betrieb nur bei Durchführung von Erfolgskontrollen zu Effekten sowohl der Begleitmaßnahmen als auch der Wertschätzungs-Trainings.

Was ist besonders zu beachten?

Als „Diversity-Trainings“ fußten Wertschätzungs-Trainings in Deutschland zuerst auf dem aus den USA stammenden „Diversity-Management“-Ansatz und wurden nur in einigen wenigen Weltkonzernen praktiziert. Im Zuge der Auseinandersetzung mit demografischem Wandel und Globalisierung beginnt man inzwischen, vorhandene Konzepte an KMU, Mittelständler und Zulieferer anzupassen oder neuartige zu entwickeln.

Angebote an Wertschätzungs-Trainings

  • IUK Institut für sozialwissenschaftliche Technikforschung GmbH, Dortmund
    Referenzbetriebe: LIMO micro-optics Laser Systems GmbH; Lindt & Sprüngli GmbH;KHS Maschinen- und Anlagenbau AG & Co. KG
    Informationsmöglichkeiten: Weißbach, B.; Kipp, A.: Managing Diversity. Konzepte – Fälle – Tools. Ein Trainings-Handbuch, Dortmund 2004 (Loseblattsammlung) Preis 98,00 € einschl. MWST, Porto und Versand – UK-Selbstverlag –  www.iuk.com
  • Clemens Lücke Beratung Entwicklung Coaching
    Referenzbetriebe: MEAS Deutschland GmbH HL Planartechnik
    Informationsmöglichkeiten: www.clemens-luecke.de; Lücke; C.: „Komm in mein Haus, du bist willkommen!“ Unternehmenskommunikation am Beispiel eines Veränderungsprojektes, In: IVAM e. V. (Hrsg.): Soft Skills als Wettbewerbsfaktor. Ein Leitfaden für kleine und mittlere Unternehmen, Dortmund 2007, S. 31ff , zu beziehen über IVAM-Selbstverlag – www.ivam.de – Preis 25,00 € zzgl. MWST
  • psB management, Laer
    Referenzbetriebe: NanoFocus AG
    Informationsmöglichkeiten: G. A.: Führungsaufgaben – Last oder Lust, In: IVAM e.V. (Hrsg.) a.a.O, S. 25ff
  • Der Rote Faden – Institut für Supervision, Organisation, Kommunikation, Weitscheid/Weierhof Referenzbetriebe:KSG Leiterplatten GmbH;NanoFocus AG
    Informationsmöglichkeiten: www.der-rote-faden.de
  • Ungleich besser Diversity Consulting Köln
    Referenzbetriebe: Air Products GmbH; Volkwagen Auto Uni
    Informationsmöglichkeiten: www.ungleich-besser.de

Schlagwörter: Unternehmenskultur, Generationen, Betriebsbindung, Bindung
Autorin: Annegret Köchling – demowerkzeuge@gfah-do.de

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 16. August, 2013